5 Arten, auf die Hochbegabte sich selbst zurückhalten – und was wirklich dahintersteckt (Teil 2):

“Wie komme ich nur an mein Potential heran? Ich spüre, da ist so viel, doch ich komme nicht weiter! Etwas hält mich immer wieder davon fern…!”

Das ist für viele Hochbegabte die Ausgangssituation, wenn sie mit mir sprechen. Oft haben sie Jahre hinter sich, in denen sie all ihr eigenes Wissen genutzt, viel gelesen und gut an sich gearbeitet haben.  Doch etwas fehlt: Sie sehnen sich nach ihrer vollen Tiefe, und obwohl diese doch so nah sein müsste, ist sie unerreichbar weit weg.

Erkennst du einige der folgenden Grenzen wieder? Spricht dich an, was dahinter stecken könnte? Manchmal ist es schon die Einsicht selbst, die ungemein befreit.

Im ersten Teil des Artikels findest du die Punkte 1, 2 & 3. Hier geht es weiter:

4. “Und was, wenn ich es nicht schaffe?” – Die Angst vor dem Versagen

Die Angst vor dem Versagen bremst viele Menschen, doch Hochbegabte scheint sie häufig auf extreme Weise einzuschränken. Ihre hohe Bereitschaft zur Selbstkritik scheint keinerlei Schwächen vorzusehen – und ihr kretaiver Geist geht prospektiv immer vom Schlimmsten aus. Und weil andere sie oft für fähiger halten als sie sich selbst, bekommen sie auch meist wenig bis gar kein realistisches Feedback. Eher sind sie mit gnadenlosem Neid konfrontiert, was sie innerlich nur noch mehr von sich selbst und anderen entfernt.

So allein mit sich und ihren schlimmsten Befürchtungen können sie nur versuchen, die ständigen Aufwallungen zu unterdrücken anstatt sie zu lösen. (Was mir in der Seele wehtut, wenn ich es miterlebe.)

Auch wenn es eine heftige und komplexe Dynamik ist, kann man an zwei Punkten gut ansetzen:

A) Warum erscheint das Versagen also so absolut und definitiv inakzeptabel?

Auch ein sehr wohlwollendes Gegenüber merkt schnell, dass der hochbegabte Mensch selbst sein größter Kritiker ist. Man könnte meinen, dass ein ehrliches “Ich traue dir das zu! Gerade du mit deiner Intelligenz wirst nicht versagen – du hast alle Asse in der Hand!” beruhigend wirkt… doch spürt man deutlich, dass das den hochbegabten Zweifler nicht erreicht. An der starken Überzeugung dahinter (oft etwas wie “Ich kann nichts!” – “Ich bin definitiv nichts wert. Deshalb werde ich auch nichts Wertvolles zustande bringen.”) perlt jeder gut gemeinte Versuch ab, ihn oder sie vom Gegenteil zu überzeugen.

Was hilft? Diese Glaubenssätze müsssen dringendst ausgetauscht werden. Dazu ist kundige Anleitung erforderlich und man braucht etwas Ausdauer, doch dann kommt das ganze Leben langsam aber sicher auf völlig neue Ebenen!

B) Wieso soll man nicht auch einmal versagen dürfen? Wäre das wirklich so schlimm? Oder könnte man gar einmal lustvoll versagen?

Mehrere Community-Mitglieder wissen aus eigener Erfahrung, dass ich in diesem Fall gern die Aufgabe gebe, bewusst pro Woche wenigstens eine berufliche Sache nur 80- oder 70-prozentig abzuliefern – oder absichtsvoll einen kleinen Fehler einzubauen! (Hirnchirugen, Tierärzte, Pfleger und Rettungssanitäter ausgenommen, die müssen das im Bereich ihrer Hobbys erledigen ;-))

Welche Erlösung! Selbst ein wirklich grosses, umfangreiches Scheitern kann nach Jahrzehnten verbissenen Kampfes, auf keinen Fall versagen zu dürfen, zum Erlebnis einer völligen Befreiung werden! Du erfährst ganz direkt: Die Welt geht nicht unter! Du verlierst weder deine Selbstachtung noch deinen Freundeskreis noch deine Schwiegermutter! – Zumindest in den allermeisten Fällen! 😉

Du bist auch nicht weniger hochbegabt, wenn dir mal etwas nicht gelingt. Und vor allem: Du bist nicht weniger wertvoll!

Aber etwas unangenehm und auch verunsichernd dürfte die Erfahrung dennoch sein, deshalb ist es wichtig, sie mit offenen Augen, zentriert und bewusst zu machen. Dann spürt man die Belohnung mit allen Sinnen: Das Erstaunen, dass es eigentlich gar nicht so schlimm ist… dass es an einem selbst ja gar nichts ändert … und wie total befreiend es ist, nicht immer funktionieren zu müssen! Plötzlich hat man eine Wahl!

Herzlichen Glückwunsch!!

(Und wenn du schon grade dabei bist, kannst du gleich noch drei andere Dingen canceln, die dich schon ewig nerven, und die du einfach nicht magst – weg damit! Der neue Freiraum ist ganz der Deine! 🙂 )

Dein Ergebnis:

Wo es vormals nur schwarz und weiß gab, werden erst Graustufen, dann Farben erkennbar. Plötzlich wird eine lebendige Vielfalt sichtbar, zu der auch die Einbrüche, das Unperfekte, das Scheitern gehören dürfen. 🙂 Du darfst gnädiger werden, mit dir, mit anderen, mit der Welt!

Denn die Natur hat in Wahrheit ganz viel Raum genau für dein Spezialgebiet: Das Ungewöhnliche!

Durchbruch deiner Gaben

5. “Was in mir ist, will doch niemand!” – Vom fehlenden Selbstvertrauen in die Freude am Geben kommen

Dicht beim Selbstwert ist in der Psyche das Thema “Vetrauen ins Leben” angesiedelt. Kann ich glauben, dass das Leben gut ist? Dass alles einem größeren Sinn zustrebt? Dass jeder einen wichtigen Platz hat … und dass auch mein Hiersein eine Bedeutung hat?

Wenn du dich das nächste Mal laut oder innerlich sagen hörst: “Ach, was habe ich schon zu bieten…” oder: “Das, was ich gerne tue, interessiert doch niemanden!” – dann halte inne und atme ganz tief durch! Wechsle den Platz im Raum, öffne den Blick, am besten auch dein Fenster, und, ja:

Frage nach dem Sinn des Lebens!

Wenn wir uns unserer Fähigkeiten nicht sicher sind, weil das Gefühl für sie noch nicht ganz stabil ist, dann hilft es, sich an den wirklich großen Fragen zu orientieren:

  • Glaube ich generell an etwas Gutes im Leben?
  • Wenn ja, wie würde ich es definieren?
  • Glaube ich, dass auch kleine Schritte zählen? Egal, wer sie tut?
  • Ist ein Babylächeln für die Welt eine Bereicherung? Ist eine Schnecke wichtig? Und ich auch?
  • Selbst, wenn ich grade so gar nicht gut drauf bin, kann ich mir dennoch vorstellen, etwas Winziges beizusteuern, dass heute mit mir ein schönerer Tag wird als ohne mich? Ein wenig heller für jemand anderen oder lustiger? Jetzt gleich?? –

Hier ins Handeln zu kommen, ist immer der Gamechanger! Beginnt man erst zu geben, fühlt man sich bald so viel besser und wertvoller: Da fließt etwas! – Sie hat zurückgelächelt! – Huch, ich spüre mich ja wieder!Macht Spaß eigentlich…und hat schon einen Wert!… und dergleichen Glückgefühle mehr.

Achtung, es kann ganz schnell passieren, dass jetzt die Inspiration um die Ecke kommt – und du plötzlich ganz klar weißt, wofür du geboren wurdest: Um dieses Stück zu schreiben! Dieses Kind zu begleiten! Diese eine Sache zu entwickeln, die sonst niemand versteht! Oder diese Sonnenblume zu lieben – HEUTE!

In diesem Sinne: Change your game & make everything happen! You will change our world.

Alles Liebe,

Mantradevi